Reisen mit der Schwiegermutter

Unsere Reisekonstellation Sohn, Frau und Schwiegermutter war für die Inder ein absolutes Exotikum: „Waaas das ist ihr Mann und das ist Ihre Schwiegermutter???“… das Ganze begleitet von einem unverständnisvollen Blick und dem typischen indischen Kopfgewackle. Ganz so als würde hier eine Maus mit einer Löwin reisen…

Das Unverständnis rührt daher, dass die Braut meist in den Haushalt des Bräutigams zieht und den Haushalt streng nach den Anforderungen der Schwiegermutter zu führen hat. Alptraum!!!

 

Goa … und irgendwann bleib i dann dort

Eine Woche Yoga, Meditation und Entspannen am Strand klingt für die meisten Menschen unheimlich verlockend. Das ist es eigentlich auch, aber meine Neugierde, meine Unfähigkeit ruhig zu sitzen und vielleicht auch die Angst etwas zu verpassen, verleiten mich dazu, ständig weiter zu gehen um etwas zu erleben. Es ist eine gewisse Unruhe in mir, die mir nicht erlaubt in aller Ruhe zu lange an ein und demselben Ort zu bleiben. Zum Leidwesen meiner Eltern war dies schon immer so und meine erste Frage am frühen Sonntagmorgen lautete für gewöhnlich: „Und was machen wir heute?“. Dementsprechend „schwer“ fällt mir dann natürlich auch ein quasi-nixtu-all-inclusive-yoga-urlaub. Nach über drei Monaten on the road hat mich aber die erste Reisemüdigkeit erwischt und nun freue ich mich doch auf diesen Urlaub vom Urlaub.

Fabian, Renée und ich kommen recht aufgekratzt von Bombay, einer anstrengenden Nacht im Bus und überhaupt von Indien überwältigt in dem Hardcore-Chiller-Eldorado Goa, genauer gesagt am Patnem Beach, an. Und ganz offensichtlich sind hier alle in einem anderen Mindset. Die Touristen haben diesen besonderen Blick, leicht verklärt, in die Ferne blickend und ein Lächeln im Gesicht  (…nein, hier sind nicht alle auf Drogen!). Alles läuft eine Spur laaangsaamer, man trottet durch den heißen Sand, liest im Liegestuhl ein Buch, schaut aufs Meer und belächelt die gestressten Neuankömmlige – that’s it. Also genau das Richtige für mich :-).
Unser Tag im Lotus Yoga Retreat ist streng eingeteilt: Sonnenaufgangsmeditation um 7 Uhr – Tee – Yoga um 8 Uhr- Brunch um 11 Uhr – Tee und Cookies um 15 Uhr- Nachmittags-Yoga um 16 Uhr – Abendessen und dann rasch ins Bett. Nach zwei Tagen haben wir uns an diesen Rhythmus gewöhnt, haben das Energielevel deutlich nach unten geschraubt und uns diesem Goa-Leben hingegeben.

Ein Tag am Strand vergeht wie im Flug und die kleinste Zusatztätigkeit fühlt sich „stressig“ an. Normalerweise erledigt man – sagen wir – 100 Dinge am Tag, hier sind es vielleicht 20, mit reichlich Ruhepausen und ausreichend Schlaf dazwischen. Muss man aber plötzlich eine 21. Tätigkeit machen z.B. Flug buchen oder Blog schreiben, fühlt es sich an wie die 120. Tätigkeit an einem normalen Tag. Stress ist also stark abhängig vom aktuellen Aktivitätslevel und das ist hier sehr niedrig. Wer weiß, vielleicht erscheint bald die erste Studie zum Thema: Travel-Burnout.

Zu lange halte ich diesen Entspannungsmodus natürlich nicht aus und nach vier Strandtagen machen wir einige Ausflüge zum Nachbarstrand, in die umliegenden Wälder, zu einer Spice Farm und einem kleinen Nationalpark! Ausflüge werden übrigens von diversen Rikscha- oder Taxifahrern und anderen Reisebüros angeboten…

Eine kleine Anmerkung zum Titel … keine Sorge ich halte es nicht ewig am Strand aus. Schauen wir mal wie es dann in den Bergen im Norden so sein wird 🙂

 

 

Next stop: INDIA

Seit 10. Februar sind wir in Indien und Fabians Mama Renée begleitet uns drei Wochen lang …

Copyright Marlies Faulmann

Renée und ich auf dem Mumbai Street Festival – Copyright Marlies Faulmann

Der erste Eindruck war der „Duft der Luft“ und die abenteuerliche Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel. Gut, dass Kurti in Dubai geblieben ist. Indien hätte er bestimmt nicht überlebt und Rikschas mag er angeblich auch nicht so gern.

Nach zwei Tagen in Mumbai mit allem drum und dran: Bollywood Movie (ABCD Any Body can dance), Rikschafahrt, scharfem indischen Essen und Art-Festival ging es zur Enspannung gleich weiter zum Intensiv-Yoga-Wellness-Strand-Chillout-Urlaub nach GOAAAAAAAAAAA

Hier noch ein paar meiner Lieblingsfotos:

Inderinnen vor der Victoria Trainstation Mumbai- Copyright Marlies Faulmann

Marina Drive in Mumbai – Copyright Marlies Faulmann

Das schöne indische Lachen – Copyright Marlies Faulmann

Mumbai Street Festival – Copyright Marlies Faulmann


Roadtrip durch die Vereinigten Arabischen Emiraten

…aus dem geplanten Strand-Entspannungsurlaub ist dann doch nichts geworden. Stattdessen sind wir kreuz und quer durch die Emirate gezischt. Schuld war einerseits der Besuch von der lieben Vali und andererseits eine akute Form der allseitsbekannten Krankheit „Ants in the Pants“.

Wasserrutschenaction im Yas Waterpark, Abu Dhabi Sightseeing und Spa-Aufenthalt im 5 Sterne Deluxe Hotel Hyatt Capital. Ein absolutes Kontrastprogramm zu unseren bisherigen Erlebnissen. Der Blick der Hotelangestellten bei unserer Hoteleinfahrt war unbezahlbar. Der Kurti hat sich aber neben den Luxuslimousinen am Parkplatz bestimmt wohlgefühlt 🙂 und wir uns im Luxuszimmer natürlich auch…

 

Eine skurrile Übernachtung in einem Kamelcamp in der Wüste – Ein netter Kamelhirte (mit den Kamelen haben wir es irgendwie) hat uns bei sich aufgenommen und uns sein Wohnzimmerzelt inklusive Fernseher zur Verfügung gestellt. Wie es sich für anständige Frauen gehört, haben Vali und ich das Abendessen zubereitet während die zwei Herren arabisches National Geographic, auf dem mit Dieselgenerator betriebenen Fernseher, sahen. Dem netten Hirten hat unsere Pasta dann leider doch nicht so gut geschmeckt… ob es mehr am Geschmack oder doch eher an dem vielen Sand im Essen lag konnten wir leider nicht herausfinden. Der Abend endete Haispray schauend mitten in der Wüste 🙂

Nach unserer Tour durch die Liwa Wüste ging es dann schnurstracks quer durch die Emirate Richtung Norden um Wick, einen österreichischen Offroad-Guru, den es über Umwege nach Ras al Khaimah verschlagen hat, zu treffen. Fabian und ich waren schon leicht panisch, da der Kurti seit unserem Ausflug zum Salzsee so viele Rostflecken hatte. Nach einer sehr ausführlichen Kurti-Unterbauchuntersuchung konnte er uns beruhigen … alles halb so wild ein bisserl Rost macht so einem Auto nichts. Wick war dann auch noch so nett uns drei bei sich aufzunehmen und so hatten wir dann noch einen entspannten Strand- und Pooltag!

Schlußendlich mussten wieder zurück nach Dubai… in die Stadt der größten, höchsten, meisten, wahnsinnigsten, komischten …

Und noch mehr Fotos von unserem Roadtripp:

Vom Marathon der Bürokratie und der Hilfsbereitschaft der Iraner

Eine (kurze) Beschreibung des (unendlich langen) bürokratischen Ablaufs, der die Überstellung unseres geliebten Kurtis vom Iran auf die arabische Halbinsel schildert.

Tag 1 Ticketkauf: Pantomime mit dem Hotelmanager um die Adresse des Ticketoffices herauszubekommen – Ticketoffice in der Stadt – hier gibts nur Tickets fuer Menschen nicht fuer Autos – zum Hafen – lange Diskussionen – zur Faehrgesellschaft – Geldwechseln in der Stadt – zur Faehrgesellschaft – zur Bank Geld einzahlen – Ticket fuer das Auto ausstellen lassen (ist eigentlich nur ein Brief und wir haben keine Ahnung was drauf steht ) – zum Ticketoffice in die Stadt – ewig warten – JUHU nach 7 Stunden haben wir alle drei Tickets eines fuer Kurti, eines fuer Fabian und eines fuer Marlies.

Tag 2 Einschiffen: Wir hatten mehr als 28 Stationen !!! zu ueberstehen bevor der Kurti auf das Schiff durfte. Von 8:00 bis 14:00 Uhr …. Ich erspare euch die Details. Ein ausgesprochen netter und hilfsbereiter Iraner hat uns bei dieser Tortur unterstuetzt und ohne ihn waeren wir wahrscheinlich heute noch im Iran. Die Hilfsbereitschaft hier ist unbeschreiblich. Reza hat uns nicht nur den halben Tag geholfen, er hat uns dann auch noch zum Mittagessen und zu Tee eingeladen. Natuerlich hat er bezahlt, waere doch eine Schande wenn wir ihn einladen wuerden. Hier gibt es keine Widerrede. Am Abend begleitete er uns dann natuerlich noch bis zur Faehre, wartet geduldig mit uns und winkt uns noch freudestrahlend hinterher. Man stelle sich solch eine Situation einmal in Oesterreich vor: zwei Iraner die ihr Auto nach Bratislava schiffen wollen. Wir würden uns wahrscheinlich eher verstecken als hinzugehen und unsere Hilfe anzubieten…

Da wurden Erinnerungen an Asterix und Obelix bei den Olympischen Spielen wach 🙂

 

Endlich Sommer … Bandar e Abbas und Hormuz

Wir sind wieder am Meer und haben ab jetzt wahrscheinlich den längsten Sommer unseres Lebens vor uns.

Von Bandar e Abbas aus besuchen wir die Insel Hormuz, einer der farbenfrohsten Orte, den ich je gesehen habe. Die Insel liegt direkt in der Meeresenge des persischen Golfes und lebt vom Abbau des hiesigen Roteisensteins. Die Berge glaenzen in allen erdenklichen Farben und bestehen hauptsaechlich aus Salz. Das alte, ehemals beeidruckende portugiesische Fort in Hormuz ist stark verfallen und auch die umliegenden Haeuser koennten einen neuen Anstrich benoetigen. Obwohl Winter ist, ist es schon sehr heiss. Kaum vorstellbar wie es im „echten Sommer“ sein muss.

Das waren unsere letzten zwei Stationen im Iran. Nun geht es ab in die Emirate! Zuvor mussten wir noch einen zweitaetigen buerkratischen Marathon ueberstehen.

Bam, Oida! Die verrücktesten Reisenden

Arg e Bam – Copyright Marlies Faulmann

Bam ist leider nicht nur wegen dem wunderschönen „Arg e Bam“ (siehe Foto) bekannt, sondern vor allem aufgrund des Erdbebens im Jahr 2003. Dieses Erdbeben hat innerhalb von wenigen Sekunden der halben Stadtbevölkerung das Leben gekostet und auch heute noch sind die Spuren dieser Tragödie deutlich sicht- und spürbar.

Der Wiederaufbau ist voll im Gange und besonders viel Energie wird natürlich in den Aufbau des Arg e Bam gesteckt. Ein schier endloses Unterfangen!!!

Wir haben natürlich bei Akbar English Mohammed geschlafen, einem Guesthouse mit einer über 40 jährigen Geschichte. Und wer glaubt, dass wir hier eine aufregende, abenteuerliche Reise machen… der irrt!!! Das Guestbook liefert Zeugnis über die verrücktesten Reisenden aus vier Jahrzehnten ab. Unsere Favoriten sind: ein 70 jähriger Japaner, der nach einer Krebsdiagnose und einer diagnostizierten Lebenserwartung von 5 Monaten genau fünf Jahre gebraucht hat um zu Fuß und immer noch rauchend Bam zu erreichen; eine Rollstuhlfahrerin aus den Niederlanden, die alleine die Welt umrollt oder auch ein taubstummer Fahradfahrer! Dagegen sind wir Wochendausflügler!

Wir waren länger in Bam als geplant weil es einfach kein Benzin .. IM IRAN?!!? Nach zwei Tagen gings dann trotzdem weiter Richtung Kaluts in die Wüste.

Eine Nacht in der Karawanserai

Nach unserer kurzen Kamelanekdote hatten wir aber dann doch noch Glück. Wir haben eine 400 Jahre alte Karawanserei mitten in der Wüste „entdeckt“ wo wir dann auch übernachtet haben. Besonders spektakulär war natürlich der Salzsee und für die zwei Fabians das Quad fahren 🙂

Und eigentlich haben wir uns mit den Kamelen dann auch wieder angefreundet.

Für Nachreisende: Wir sind von Kashan aus in die Wüste Richtung Maranjab gefahren. Man passiert ein Militärgebiet und anschließend noch einen Kontrollposten (Preis 40.000 Rial – 1 Euro).

Reisewarnung für den Iran

Das Außenministerium warnt explizit vor Reisen in die Grenzregionen zu Afghanistan oder auch Pakistan. Worauf man aber nicht hingewiesen wird ist eine ganz andere Gefahr. Sie sind rund 2 Meter groß, haarig und großlippig. Ja, Ihr wisst schon wen wir meinen, es handelt sich um die Spezies Camelus (Altweltkamele), eigentlich handelt es sich hier um Dromedare umgangssprachlich oft einfach als Kamel bezeichnet.

Copyright by Marlies Faulman – so ein hübsches Kamel

In einer weiten Wüstenlandschaft erblicken wir eine friedlich vor sich hingrasende Kamelherde. Und was machen vier Alpenländer wenn sie Kamele sehen: Ganz klar: aus dem Auto springen, Brot füttern, fotografieren und streicheln. Alles hat friedlich begonnen. Die lieben Kameldamen freuten sich zu Beginn sehr über die Leckerlis von Fabian.

Copyright_by_fabian-stamm_2013-01-10-_Kamele in der Wüste bei Maranjab

Blöderweise wurde der Kamelbulle eifersüchtig  … und dann passierte alles ganz schnell. Wutentbrannt nahmen der Bulle und sein Harem Fahrt auf und stürmte rücksichtslos auf uns zu – zuerst auf den Wiener Fabian, der schneller war …

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Dann auf Marlies – die aufgrund des blöden Kopftuches in ihrer Sicht stark eingeschränkt war und die somit auch Gott sei Dank übersehen hat, dass der Bulle in ihren Kopf beißen wollte!

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Zuletzt auf den Schweizer Fabian den er mit einer flinken Bewegung zu Boden warf um dann auf ihm herumzutrampeln (hiervon gibt es „leider“ kein Foto).

Copyright by Marlies Faulmann – Jagd auf Fabian

Unsere Schreie des Entsetzens schlugen den wilden Bullen aber in die Flucht!!! Als echter Fotograf hat Fabian während der ganzen Szene seine Kamera beschützt anstatt seine Hände zum Schutz seines Kopfes zu gebrauchen. Trotzdem kamen alle unverletzt mit dem Schrecken und der Lust nach Rache davon.

Ein Kamelburger musste für unsere Rachegelüste herhalten!

Copyright by Marlies Faulmann – Rache schmeckt gut