Palandöken – Skifahren in der Türkei

Nachdem außer uns wahrscheinlich nur 20 weitere Skifahrer unterwegs waren – allesamt blutige Anfänger – waren wir: Marlies Faulmann fast Schild und Fabian Schroeder fast Raich die echten Superstars auf der Piste. Statt Würstel gibts Kebap und die Liftkarte kostet statt 50 Euro nur 15 … aber sonst wars fast wie daheim.

Die Stadt im Tal – Erzurum – liegt auf beachtlichen 2000 Metern über dem Meeresspiegel. Leider liegt sie im Winter unter einer schwarzen Smogwolke begraben…

1000 km durch Ostanatolien – jetzt wirds kalt

25.12.2012 – Auf einer fast unbefahrenen 4-spurigen Autobahn verlassen wir Ankara und bemerken auch erst jetzt, dass wir die letzten Tage unter einer braunen Smogschicht verbracht haben. Die leeren Straßen liegen bestimmt an dem horrenden Benzinpreis von 2 Euro/ Liter.

 

Die Steppenlandschaft zieht sich schier endlos dahin. Die Straße wird einige Kilometer nach Ankara zwar enger und ist nur mehr 2-spurig, dennoch ist sie in einem hervorragenden Zustand und auch die Infrastruktur (Anzahl der Raststationen und Tankstellen) kann sich sehen lassen. Nach einem kurzen Abendessen mit ausgezeichneten Adana Kebap und selbstgebackenem Brot fahren wir Beatleslieder singend weiter durch die Nacht.

Und ganz plötzlich kommt der Schnee! Die Steppenlandschaft rund um uns ist weiß, weiß, weiß. Damit ich auch ja kein gutes Foto verpasse und weil es auch schon spät ist verbringen wir die Nacht in einem kleinen Dorf entlang der Strasse. Wir erregen eindeutig Aufsehen. Die halbe männliche Dorfbevölkerung steht am Dorfplatz um uns zu beobachten. Da ist es auch kein Wunder, dass der Hotelbesitzer schon vor dem Hotel auf uns wartet. Nach einigen Cays und endlosen Übersetzungsversuchen unseres Reisepasses bekommen wir tatsächlich ein Zimmer mit Blick auf den Dorfplatz und Frühstück. Juhu!

Die Landschaft die uns am nächsten Morgen begrüßt hat unsere Erwartungen sogar noch übertroffen. Endlos zieht sich diese bizarre Schneelandschaft bis Erzurum dahin. Morgen gehen wir Skifahren, hier kann man gar nicht anders.

Anbei noch ein paar Eindrücke aus Ankara und unserer Fahrt nach Erzurum.

Weihachten in Ankara

5 Tage in Ankara und Weihnachten bei den Ossmanns :-). Es war wirklich ein wunderschöner Weihnachtsabend. Wir haben sogar Geschenke aus Wien und echte Tante Ingrid Weihnachtskekse bekommen.

Wir wünschen euch allen Frohe Weihnachten und schöne Feiertage.

PS: Wir fahren heute weiter Richtung Ostanatolien.

Unsere Gastgeber - Familie Ossmann! Vielen Dank für den schönen Abend.

Unsere Gastgeber – Familie Ossmann! Vielen Dank für den schönen Abend.

 

Unser Weihnachtsessen

Unser Weihnachtsessen

 

Türkei – Off Season bekommt eine neue Bedeutung

Die 1700 km lange Reise entlang der türkischen Küste bis nach Ankara ist abwechslungsreich und spannend. Wir erleben die Türkei im Winterschlaf, viele Hotels und Restaurants sind geschlossen, die Kellner, Hotelbesitzer und Verkäufer die doch arbeiten sind weniger auf ein schnelles Geschäft als auf ein nettes Gespräch aus. Wir treffen kaum andere Reisende, falls wir doch mal wen treffen ergibt sich sofort ein Gespräch und bis dato auch immer ein gemeinsames Abendessen.

Unsere Route durch die Türkei Nov/Dezember 2012

Unser Weg durch die Türkei: An folgenden Orten haben wir übernachtet: Cesme – Ephesos – Milas – Köyegiz – (Patara) – Olympos – Konya – Kappadokien – Ankara

Unser erster Stopp ist Selcuk, dem Ausgangspunkt für die Besichtigung der Ausgrabungen von Ephesos. Während die meisten archäologischen Stätten uninspirierende Ansammlungen von umgeworfenen Säulen und herumliegenden Steinen sind, ist hier nicht viel Phantasie vonnöten, um sich das einstige bunte Treiben in einer der bedeutendsten Städten des römischen Reiches bildlich vorzustellen. Es gibt hier ein wunderbar erhaltenes Theater, prachtvolle Alleen, ein imposantes Eingangstor zum Marktplatz, schöne Brunnen etc. Viele Gebäude, die dem Lauf der Geschichte oder diverser Naturereignisse zum Opfer fielen wurden mit viel Liebe zum Detail und unter großem finanziellen Aufwand rekonstruiert – übrigens von der österreichischen archäologischen Gesellschaft, die hier seit über hundert Jahren die Ausgrabungen leitet.

Ganz in der Nähe auch der Ort Sirince – angeblich kann man hier den Weltuntergang überleben.

Die nächste Nacht verbrachten wir in Milas, in das sich selbst zur Hochsaison keine Touristen verirren, und erleben den spektakulären Dienstagsmarkt, der alle Sinne berauscht. Wir beschließen das aufkommende schlechte Wetter in Köycegiz zu übertauchen, wo wir wie immer das schönste Zimmer bekommen, es sind ja sonst keine Touristen hier. Der Blick aus unserem Hotelzimmer – noch bei Schönwetter – ist unbestritten atemberaubend.

Auf unserer Fahrt ändert sich die Landschaft quasi bei jeder Kurve: kurvige Straßen entlang der Küste, satte volle Orangenhaine, Glashäuser voll mit tiefroten Tomaten, Dörfer, Orangen-Stände, Moscheen, schneeverhangene Berge, einsame Strände – die vielen Eindrücke sind überwältigend. Hier ein paar Highlights:

 

 

Wir verbringen zwei Nächte am Campingplatz in Cirali bei Olympus. Neben den bekannten Ausgrabungen handelt es sich offensichtlich um ein Backpacker-Mekka mit Baumhäusern, Bungalows am Strand und unzähligen Chillout Bereichen… aber nur im Sommer 🙂 Wir liegen allein am Strand, besichtigen die Ausgrabungen und bestaunen die einmalige Kulisse.

Als die Sonne so wunderschön vom Himmel lacht frage ich mich, weshalb hier keine anderen Touristen sind. Es ist doch eigentlich die beste Reisezeit. Als dann es dann um fünf Uhr bereits stockfinster ist und auch noch kalt und windig… erübrigt sich meine Frage. Ich liege um sechs Uhr eingepackt und eingewickelt mit Haube und Schal im Dachzelt und denke an den Sommer.

Das war die erste Etappe unserer Reise, wir verlassen nun das Mittelmeer und fahren ins Landesinnere. Das Meer werden wir erst im Iran wieder sehen!