Chios und der zweite Blick

Chios … Sommer, Sonne, Stand und Meer … WIR KOMMEN!

Tja, falsch gedacht. Nach einer eher unbequemen Nacht auf der Fähre und zwei Stunden Kurzschlaf im Dachzelt begeben wir uns endlich voller Vorfreude auf  Inselerkundschaftungstour und Zimmersuche. Chios zeigt sich auf den ersten Blick leider nicht von seiner schönsten Seite: Verbrannte Wälder (die halbe Insel ist diesen Sommer abgebrannt), Gewitter, Mesta (laut Reiseführer ein wunderschönes Dorf) ist von außen nichts sagend … unsere Stimmung ist im Keller.

Chios von oben

Mesta von oben

Und hier ist auch schon meine erste Reiseerfahrung: Ein zweiter Blick lohnt sich! 

Mesta ist von außen zwar unspektakulär, kaum ist man aber durch den ersten Torbogen spaziert befindet man sich in einer verwunschenen, verwinkelten Burg. Wir lernen sofort etliche nette Dorfbewohner kennen, die uns helfen in dem fast menschenleeren Ort ein Zimmer zu bekommen. Unsere Stimmung wird besser und das Wetter Gott sei Dank auch.

Mesta

Mesta

Marina, unsere Vermieterin und die Frau des hiesigen Pfarrers spazieren den halben Tag mit uns durch Mesta um uns alles zu zeigen. Es ist ein einzigartiger Ort und man fühlt sich fast wie auf einer anderen Welt.

Unsere Tage auf Chios zählen für mich zu den schönsten bisher. Auch die verbrannte Landschaft hat sich bei genauerer Betrachtung als durchaus schön und interessant erwiesen.

Die verbrannten Wälder von Chios

Die verbrannten Wälder von Chios

Wir wandern, lesen, genießen die Ruhe am Strand, bewundern die schönen Kratzputzhäuser in Pyrgi und tauchen ein in das ruhige, griechische Inselleben.

 

Athen und der Weg dorthin

Nach unserem Meteora-Besuch geht es gleich weiter Richtung Süden.

Irgendwo im Nirgendwo verbringen wir einen Nacht im Auto. Es ist bereits stockfinster als wir uns bei einer Straßenabfahrt für ein Plätzchen am Berg entscheiden. Fabian schläft glaube ich keine Minute, weil streunende Hunde die ganze Nacht um unsere Auto schleichen. Bewaffnet mit Pfefferspray döst er so vor sich hin. Ich schlafe natürlich wie ein Murmeltier, hauptsache ich muss nicht mehr runterklettern!!!

Folgende Aussicht erwartet uns am nächsten Morgen. Die Hunde bellen und jaulen übrigens immer noch! Fabian ist früh munter, macht Frühstück und ich kann den Sonnenaufgang gemütlich im Dachzelt genießen.

Nach dieser, für Fabian, kurzen Nacht überqueren wir das Parnassos Gebirge, bewundern griechische Skihütten und genehmigen uns in einem 5 Sterne-Deluxe Spa Mountain Hotel ein richtig großes Frühstück. Da fühlt man sich fast wie daheim in Abtenau.

Von hier aus (Arachova) ist es nur mehr ein Katzensprung nach Delphi. Leider meinen es die Wettergötter nicht gut mit uns und schütten literweise Regenwasser, Blitze und Donner über uns.

 

Also geht’s rasch weiter nach Athen. Fabian ist müde (kein Wunder) und ich fahre meine ersten hundert Kilometer mit dem Auto. Wir bleiben aber zukünftig doch bei der gewohnten Arbeitsteilung: Fabian Fabulous Driver, Marlies Magnificient Navigator and Tour Guide!

In Athen sind günstige Unterkünfte leider Mangelware und wir gönnen uns drei Nächte im Hotel President. Die Dusche hat endlich wieder einen Duschvorhang, die Bettdecke besteht nicht aus hundert Teilen, wir müssen keine Plastikschucherl anziehen um ins Bad zu gehen, das Bett hat eine echte Matzratze und ist kein Trampolin, die Aussicht ist wundervoll … und das alles bekommen wir für 60 Euro pro Nacht inklusive Frühstück! Natürlich kostet das Internet fast genau so viel wie das ganze Zimmer und fällt daher unter Sparmaßnahmen. Trotzdem danke ich Fabian, dass er sich hier durchgesetzt hat! Hier die Aussicht von unserem Hotel

Athen ist eine tolle Stadt! Wir treffen Freunde und tauchen ein in das Athener Leben. Fabian wird mehr dazu erzählen.

Meteora – das muss man gesehen haben!

Auf schier unbaubebaren Felsformationen tauchen diese spektakulären Klöster plötzlich in der leicht hügeligen Landschaft auf. Die Meteora Klöster im Norden Griechenlands zählen zurecht zum Unesco Weltkulturerbe. Insgesamt 6 Klöster von den ursprünglich 24 sind noch zu besichtigen und zum Teil auch noch von Nonnen oder Mönchen bewohnt. Früher gab es noch keine Stiegen und man musste sich in Körben die steile Wand hinaufziehen lassen.

@Max: Vielen lieben Dank für den Tipp!

Aber auch der Weg nach Meteora war ein Erlebnis. Wir haben in diesem Fall die hypermoderne Autobahn gewählt, die sich durch die Berge schlängelt und der Unterschied zu den erst in den Kinderschuhen steckenden Straßen in Albanien könnte  größer nicht sein.

Wir hatten aber auch beim Fotografieren sehr viel Spaß! Seht selbst: