Schiff Ahoi – Wir fahren nach Europa

Heute besteigen wir in Ashdod die Gran Bretagna (Grimaldi Lines), auf der wir über das Mittelmeer bis nach Savona reisen. Wir werden die nächsten 5 Tage von der Außenwelt abgeschnitten auf hoher See verbringen …! Mit uns auf dem Schiff sind noch zwei weitere Passagiere, Tanya & Clive, die nach über 4 Jahren on the road durch Afrika nun auch die Heimreise antreten.

Für Nachreisende: Wir haben die Überfahrt für uns und das Auto über die Agentur Allalouf telefonisch gebucht (Ashdod – Savona). Die Gran Bretagna gehört zur Grimaldi Line und fährt unter italienischer Flagge. Alle Schiffsdaten sind online zu finden. Die Kosten belaufen sich auf 395 Euro pro Person und pro Auto, Verpflegung inbegriffen. Zusätzlich fallen noch rund 270 Euro Hafen- und Agenturgebühren an.

Wüsten, Wadis und viel Regen… O(h)man(n)!

Im Oman sehen wir eine besonders schöne Seite der arabischen Halbinsel. Obwohl auch hier der Öl- und Gasreichtum enorm ist, wirken Land und Menschen noch authentisch. Hochhäuser gibt es keine, dafür spannende moderne arabische Architektur. Viele der in unserem Reiseführer aus dem Jahr 2007! hochgelobten Offroadpisten sind mittlerweile bestens ausgebaute Straßen, die sich durch die wildesten Wadis schlängeln.

Unseren Plan auch den Süden des Omans zu besuchen haben wir nach kürzester Zeit ad acta gelegt. Bei 45 Grad im Auto wurde nicht nur uns sondern auch dem Kurti heiß, was bei uns zu Schweißausbrüchen und bei Kurti zu kochendem Kühlwasser führte.

Von Muskat aus fuhren wir nach Sur, wo wir Tina und Klaus, zwei echte Weltreisende, trafen. Gemeinsam gings durch verschiedene Wadis und über spektakuläre Bergstrassen zurück nach Muskat. Der Oman ist ein echtes Camping- und Offroadeldorado. Man kann eigentlich überall stehen bleiben und seine Zelte aufschlagen.

Zurück in Muskat wurden wir von schweren Regenfällen überrascht, die uns aber nicht davon abhielten doch noch ein, zwei tolle Wadis im Hadschar-Gebirge zu besuchen. Wär doch gelacht. Im Nachhinein betrachtet hatten wir Glück, dass das Wetter in den Bergen noch gehalten hat, denn auf der Rückreise in die Emirate konnten wir live miterleben was es heißt wenn ein Wadi geflutet wird.

Sandspielen für Große

Im Zuge der Abu Dhabi Desert Challenge konnte auch Fabian seine Dünenfahrkünste trainieren. Wie in der Fahrschule fuhr Wick (ein echter Offroadprofi) voraus und wir brav hinterher. Düne rauf, Düne runter, graben, abschleppen, graben, fahren … Sandspielen für Große eben. Leider wurde dem Kurti dann zu heiß, er kochte leicht über und hatte genug von den Spompanadeln.

 

Planänderung!!!

Aufgrund einer im Nachhinein kaum noch rekonstruierbaren Kette an Ereignissen, die unsere geplante Route „unmöglich“ machten, waren wir gezwungen unsere Route „etwas anzupassen“. Folgendes ist nun vorgesehen: Während Fabian mit einem 3-Tages Transitvisum durch Saudi-Arabien heizt mache ich es mir in Dubai am Strand gemütlich und fliege von dort aus nach Jordanien, wo wir uns wieder treffen. Dieses kleine Land werden wir in aller Ruhe besichtigen, uns anschließend nach Israel begeben und von dort aus in die Heimat fliegen. Der liebe Kurti darf auf dem Schiff das Mittelmeer alleine bereisen.

Erwartete Ankunft in Wien ist Anfang/ Mitte Juni 🙂

Tipps für Nachreisende: Im Botschaftsviertel von Muskat findet man sowohl die Vertretung von Jordanien als auch von Saudi-Arabien. iWir holten zuerst das Visum für Jordanien, welches sofort ausgestellt wurde (Kostenpunkt 15 OR/ 30 EUR, notwendige Unterlagen: Reisepass, Passfoto, Carnet de Passage, Internationaler Führerschein). Anschließend versuchten wir unser Glück bei der Botschaft von Saudi-Arabien. Wider Erwarten wurde Fabian das Visum binnen weniger Stunden ausgestellt. Die Abwicklung selbst läuft über einen Agenten, der vor Ort war. Es muss glaubhaft dargestellt werden weshalb man Saudi-Arabien durchreisen will (offizielle Geschichte war die Weiterreise von Jordanien nach Kairo!). Das Visum kostete 20 OR (40EUR) und gilt exakt 72 Stunden. Notwendige Unterlagen:  Reisepass, Passfoto, Carnet de Passage, Internationaler Führerschein. Viel Erfolg!!

Aside

Der erste Eindruck von der Abu Dhabi Desert Challenge 🙂 Mehr folgt asap

Abu Dhabi Desert Challenge – Copyright Marlies Faulmann

Namaste Indien – Ein Rückblick

Von Mumbai aus gings über Nacht mit dem Schlafbus in den Süden von Goa (Fotos sind schon online). Nach einer Woche Strandurlaub am Patnem Beach waren wir bereit für die Tempelanlagen von Hampi.

Hampi – Copyright Marlies Faulmann

 

Fabian der Affengott – Hampi – Copyright Marlies Faulmann

Der Ort Hampi ist zurzeit leider eine einzige Baustelle, in der sich Affen, Touristen und Händler tümeln. Die umliegenden Reis- und Bananenfelder und natürlich die beeindruckenden Tempel machen dieses Reiseziel aber trotzdem unvergesslich.

Der nächste Zwischenstop war Mysore wo wir den imposanten Palast besuchten und uns mit ausgezeichnetem indischen Essen verwöhnten. Mein Highlight in Mysore war jedoch der Markt, auf dem man Blumenketten, Düfte, Räucherstäbchen und exotische Früchte erstehen kann… ein Fest der Farben 🙂

Mysore – Copyright Marlies Faulmann

 

Richtig indisch Essen mit den Händen, leichter gesagt als getan – Copyright Marlies Faulmann

 

Mein Lieblingsfoto – Der Bananenmann – Copyright Marlies Faulmann

Nach den touristischen Anstrengungen war wieder Entspannung angesagt. Zuerst bei einer Bootstour durch die Backwaters von Kerala und anschließendem Strand-Chillout am Varkala Beach.

In den Backwaters von Kerala – Copyright Marlies Faulmann

In den Backwaters von Kerala – Copyright Marlies Faulmann

Varkala Beach – Copyright Marlies Faulmann

Fischer am Varkala Beach – Copyright Marlies Faulmann

Am Varkala Beach verabschiedeten wir uns von Renée und machten uns auf gen Norden nach Darjeeling in die Berge. Nach ein paar Tagen auf der Teeplantage von Makaibari und Sightseeing inkl. Paragleiten in Darjeeling hieß es „Der Berg ruft“ und wir starteten unsere 4-tägige Singalila Trekkingtour. (Fotos sind schon online)

Paragleiten über Darjeeling – Copyright Marlies Faulmann

Mein erster Flug in Darjeeling – Copyright Marlies Faulmann

Nach der Abkühlung in den Bergen ging es ins „echte Indien“. Zuerst auf den Spuren des Buddhismus nach Bodghaya, den Ort an dem Buddha seine Erleuchtung fand und anschließend weiter in die hinduistische Pilgerstadt Varanasi, bekannt für seine Leichenverbrennungen am Ganges. Beide Orte werden von Pilgern überflutet, leben vom „Tourismus“ und trotzdem ist von Wohlstand weit und breit nichts zu sehen. Uns wird neben den wunderschönen Tempelanlagen daher vor allem auch die unbeschreibliche Armut, der Müll und der sichtbare Klassenunterschied in Erinnerung bleiben. Ob man an diesen Orten tatsächlich seine Erleuchtung finden kann wage ich zu bezweifeln.

Bodghaya – Copyright Marlies Faulmann

Bodghaya – Copyright Marlies Faulmann

Nach einem zweitägigen Krankenhausaufenthalt in Varanasi aufgrund einer bösen Darminfektion und dem daraus resultierenden tiefen Einblick in die Seele Indiens reichte es uns. Genug von Indien, genug vom Lärm, genug von den Indern. Ein kleiner Tipp für Nachreisende: Immer im Reiseführer das Privatkrankenhaus nachschlagen!!!

Rituelle Waschungen am Ganges – Copyright Marlies Faulmann

Spirituelle Touristen in Varanasi – Copyright Marlies Faulmann

 

Heritage Private Hospital Varanasi – Coypright Marlies Faulmann

Der Abschied von Indien war dann doch noch versöhnlich. In Delhi kosteten wir das Großstadtleben in allen Zügen aus … so gut war Mc. Donald’s noch nie :-).

Mc Donald’s in Delhi – Copyright Marlies Faulmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem versöhnlichen Ausflug nach Agra wars das dann für uns mit Indien…

Das Taj Mahal – Copyright Marlies Faulmann

 

Vor dem Taj Mahal wieder erholt – Copyright Marlies Faulmann

Seit zwei Tagen weilen wir nun wieder in den Vereinigten Arabischen Emiraten und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Was uns zuvor als seelenlos und steril vorkam, nämlich die Städte der UAE, erscheint uns jetzt gerade wie das „Paradies auf Erden“…

Singalila Trekking in Darjeeling

Von Darjeeling aus machten wir einen tollen 4tägigen Trekk am Fusse des Himalaya Gebirges. Nach zwei anstrengenden Tagen durch den dichten Nebel wurden wir nach einer eisigen Nacht auf 3.600 Metern Höhe mit einem senstionellen Sonnenaufgang belohnt. Das Panorama war spektakulär und wir konnten den Everest, den Lhotse, die drei Schwestern und den Kanchenjunga in seiner vollen Pracht bewundern.

Die Unterkünfte waren ganz unterschiedlich, eines war aber allen gleich: es gab keine Heizung! Bei näherem Nachfragen, wie man sich denn hier so vor der Kälte schützt bekamen wir ganz lapidar zur Antwort: „Easy … Knoblauchsuppe und viel Alkohol“. Nachdem wir keine Knoblauchsuppe und leider auch nur sehr wenig Alkohol zur Verfügung hatten, haben wir uns zu zweit in voller Montur ins Einzelbett gekuschelt und durch die Wand mit unseren Zimmernachbarn „Old Mc.Donald had a farm….“ gesungen. Fast wie im Skikurs nur halt mit gemischten Zimmern.

Wo der Tee herkommt…, Darjeeling

Makaibari Tea Estate, Fabian beim Teepflücken – Copyright Marlies Faulmann

Als Teeaficionados zog es uns magisch in den Nordosten von Indien. Dort liegt, am Fuße des mächtigen Himalyagebirgszugs, Darjeeling. Dieser Name ist ein Synonym für Teekultur. Der Zeitpunkt war optimal, das Wetter war angenehm kühl und die ersten grünen Triebe waren reif für die Ernte, dem First Flush. Diese wird von Teeliebhabern auf der ganzen Welt heiss ersehnt. Das Tee Estate Makaibari bietet nicht nur Homestays bei ausgesprochen netten Familien, die alle auf den Plantagen arbeiten, sondern auch Führungen durch die Fabrik und Plantagen und … natürlich… Verkostungen. Man lernt Schwarztee von Grüntee und Weissem Tee zu unterscheiden, First Flush von Second Flush, kann seine eigenen Teeblätter pflücken und bei allen Verarbeitungsschritten hautnah dabei sein: Trocknen, rollen, fermentieren, trocken und sortieren. Außerdem trinkt man den ganzen Tag einfach herrlichen Tee.

Makaibari Tea Estate – Copyright Marlies Faulmann

Einziger Wermutstropfen ist die finanzielle Lage der Plantagenarbeiter. Bei einem Tageslohn von 90 Rupies (1,50€) bekommt der beste Tee einen bitteren Beigeschmack.

Teepflückerinnen bei Makaibari Tea Estate – Copyright Marlies Faulmann

Von religiösem Wahn und dem zweiten Joker

So und jetzt ist es doch passiert: Ich habe meinen ersten Joker gezogen. Nach etlichen Tagen am Strand in Varkala wars genug der Ruhe und um meinen herzallerliebsten Reisepartner zu einem Ausflug zum hiesigen „Elefantentempelfestival“ zu bewegen, trotz Hexenschuss und Lustlosigkeit wohlbemerkt, habe ich von diesem drastischen Mittel der Überzeugung Gebrauch gemacht… und soviel vorweg ich wurde nicht enttäuscht!!!

Die Größe und Wichtigkeit eines Tempelfestes wird in Kerala anscheinend anhand der daran teilnehmenden Elefanten gemessen und obwohl nur drei dieser mächtigen Tiere anwesend waren, war das Fest für mich das Highlight unserer bisherigen Indienreise…

Wir wurden Zeuge eines absurden religiösen Festivals und ich konnte beim Anblick der sich selbst Schmerz zufügenden jungen Männer meinen Augen kaum trauen … „Ja, die hängen tatsächlich an Haken und haben einen Speer durch ihre Wangen gebohrt…!!!“. Welcher Gott auch immer hierfür verantwortlich ist, kann nicht ganz dicht sein. Voltaire hat also Recht: „Wer dich veranlassen kann, Absurditäten zu glauben, der kann dich auch veranlassen, Gräueltaten zu begehen.“ Die Bilder sprechen für sich.

Tempelfest – Copyright Marlies Faulmann

Tempelfest in Varkala – Copyright Marlies Faulmann

Tempelfest in Varkala – Copyright Marlies Faulmann

Nach der religiösen Selbstzerstörung fing der Umzug an… gleich zu Beginn waren natürlich die festlich geschmückten Elefanten, gefolgt von wildgewordenen Trommlern, sich verrückt im Kreis drehenden Tänzern, einer Blasmusikkapelle und exotischen Götterfiguren. Warum die Elefanten bei dem ganzen Wirbel nicht ausflippen ist und bleibt mir ein Rätsel… wie so Vieles hier in Indien.